{"id":152,"date":"2023-04-19T06:51:37","date_gmt":"2023-04-19T03:51:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/?p=152"},"modified":"2023-04-19T08:02:28","modified_gmt":"2023-04-19T05:02:28","slug":"die-weise-rose-uber-den-studentischen-widerstand-gegen-nazismus-in-munchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/?p=152","title":{"rendered":"Die Wei\u00dfe Rose &#8211; \u00fcber den studentischen Widerstand gegen Nazismus in M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Olen kirjoittanut t\u00e4m\u00e4n tekstin saksan kielen aineena ensimm\u00e4isen vuoden yliopisto-opiskelijana vuonna 1996. En muista, mist\u00e4 alunperin kuulin Valkoinen Ruusu -nimisen vastarintaryhm\u00e4st\u00e4, mutta sen muistan, kuinka kiehtova ja liikuttava sen historia minusta oli. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Hitlerin viimeisi\u00e4 p\u00e4ivi\u00e4 kuvaavan Perikato-elokuvan aluss<\/em>a<em> Hitlerin yksityissihteerin\u00e4 toiminut Traudl Junge muistelee sota-aikaa ja sit\u00e4, kuinka h\u00e4nkin sodan j\u00e4lkeen oli kuullut Valkoisesta Ruususta ja ennen kaikkea Sophie Schollista. Junge pohtii, kuinka eri tavalla h\u00e4n ja Sophie kokivat sodan &#8211; kuinka paljon rohkeampi Sophie oli ollut, vaikka h\u00e4n oli suunnilleen samanik\u00e4inen kuin Junge. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Muistan itse pohtineeni hieman samoja asioita: Valkoisen Ruusun j\u00e4senet olivat suunnilleen samanik\u00e4isi\u00e4 kuin min\u00e4 olin kirjoittaessani t\u00e4m\u00e4n tekstin<\/em>. <em>Olisinko min\u00e4 uskaltanut asettua vastarintaan? Todenn\u00e4k\u00f6isesti en &#8211; en ainakaan aktiiviseen vastarintaan. J\u00e4lkeenp\u00e4in olisin sitten joutunut selitt\u00e4m\u00e4\u00e4n itselleni (ja muille), kuinka minustakin tuli &#8221;Mitl\u00e4ufer&#8221;; miksi en tehnyt mit\u00e4\u00e4n? <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Meill\u00e4 liberaaleissa demokratioissa el\u00e4vill\u00e4, l\u00e4hes rajattomaan ilmaisuvapauteen tottuneilla onnellisilla ei oikein mielest\u00e4ni olekaan varaa arvostella autoritaarissa tyrannioissa el\u00e4neiden tai el\u00e4vien valintoja siit\u00e4, ryhty\u00e4k\u00f6 vastarintaan vai ei. Me emme voi ymm\u00e4rt\u00e4\u00e4, millaista on el\u00e4\u00e4 yhteiskunnassa, jonka hallitseminen perustuu pelkoon, sortoon ja mielivaltaiseen v\u00e4kivaltaan.<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Julkaisin tekstin my\u00f6s kotisivullani, ja sielt\u00e4 sen l\u00f6ysi er\u00e4s saksalainen kustantamo. Teksti p\u00e4\u00e4tyi lyhennettyn\u00e4 saksalaiseen yl\u00e4koulun \u00e4idinkielen oppikirjaan. T\u00e4m\u00e4 onkin ensimm\u00e4inen kirjoitelmani, josta minulle on maksettu kirjoituspalkkio.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">*****<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kriegsfilme beschreiben Deutsche beinahe immer als antisemitische, synagogenbrennende Bestien, welche die nationalsozialistischen Doktrinen niemals in Frage stellen. Es gab aber auch passiven und aktiven Widerstand im Dritten Reich, obwohl die Andersdenkenden effektiv zum Schweigen gebracht wurden. Eine der ber\u00fchmtesten Widerstandsgruppen war &#8221;die Wei\u00dfe Rose&#8221;, die von einigen M\u00fcnchner Studenten gegr\u00fcndet wurde. Die wichtigsten Mitglieder der Gruppe waren die Geschwister <strong>Hans<\/strong> und <strong>Sophie Scholl<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"278\" src=\"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Valkoinen-Ruusu-1024x278.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-154\" srcset=\"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Valkoinen-Ruusu-1024x278.png 1024w, https:\/\/www.panumoilanen.fi\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Valkoinen-Ruusu-300x81.png 300w, https:\/\/www.panumoilanen.fi\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Valkoinen-Ruusu-768x208.png 768w, https:\/\/www.panumoilanen.fi\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Valkoinen-Ruusu-1536x417.png 1536w, https:\/\/www.panumoilanen.fi\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Valkoinen-Ruusu-2048x556.png 2048w, https:\/\/www.panumoilanen.fi\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Valkoinen-Ruusu-2000x543.png 2000w, https:\/\/www.panumoilanen.fi\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Valkoinen-Ruusu-600x163.png 600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Kern der Wei\u00dfen Rose: Hans Scholl, Sophie Scholl, Willi Graf, Christoph Probst und Alexander Schmorell.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sophie und Hans verbrachten ihre Kindheit im St\u00e4dtchen Forchtenberg, wo ihr Vater <strong>Robert Scholl <\/strong>B\u00fcrgermeister war. 1930 zog die Familie nach Ludwigsburg, weil Robert Scholl nicht mehr zum B\u00fcrgermeister gew\u00e4hlt wurde. Dort wohnten sie aber nur ein paar Jahre. Im Jahre 1932 zogen sie nach Ulm. Ulm &#8211; die Geburtsstadt <strong>Albert Einsteins<\/strong> an der Donau &#8211; wurde die letzte richtige Heimatstadt von Hans und Sophie.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Leben im Schatten des Hakenkreuzes<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Januar 1933 wurde <strong>Hitler<\/strong> Reichskanzler Deutschlands. Hitler wurde von vielen als die letzte Hoffnung des Landes betrachtet, aber Robert Scholl fand seinen Aufstieg zur Macht bedrohlich. Seine Angst war begr\u00fcndet: In ein paar Monaten zerst\u00f6rte Hitler das demokratische Regierungssystem der Weimarer Republik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fr\u00fchjahr 1933 entt\u00e4uschten Hans und Sophie ihren Vater: sie traten in die Hitlerjugend ein. Die HJ war wie eine Anf\u00e4ngerschule des Nazismus. Die HJ-Gruppen waren milit\u00e4risch organisiert und die T\u00e4tigkeit der Organisation zielte auf die St\u00e4rkung der Kriegsbereitsschaft. Hans war aktiv in der HJ, aber Sophie fand die Aktivit\u00e4ten ziemlich unvern\u00fcnftig. Au\u00dferdem konnte sie nicht verstehen, warum ihre j\u00fcdischen Freundinnen nicht dabeisein durften.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1936 nahm Hans am Parteitag in N\u00fcrnberg teil. Als er aus N\u00fcrnberg zur\u00fcckkam, war er ein anderer Mensch als vorher: deprimiert, schweigsam und zur\u00fcckgezogen. In N\u00fcrnberg hatte sich keine Gelegenheit zu vern\u00fcnftigen Diskussionen mit den anderen Jugendlichen geboten, sondern alle Tage waren mit nichtssagendem Quatsch und Exerzieren gef\u00fcllt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Entt\u00e4uschung von N\u00fcrnberg interessierte Hans sich f\u00fcr die Jugendorganisation &#8221;Deutsche Jungenschaft vom 1.11.&#8221;, deren Mitglieder sich f\u00fcr fremde Kulturen, Natur und Literatur interessierten. Die Nazis erlaubten neben der HJ und ihren Schwesterorganisationen keine andere selbst\u00e4ndige Jugendorganisationen, und deswegen war auch D.j.1.11., die im Jahre 1929 gegr\u00fcndet worden war, verboten. Die T\u00e4tigkeit der D.j.1.11. wurde von der Gestapo nicht \u00fcbersehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Herbst 1937 wurden Razzias \u00fcberall in Deutschland ausgef\u00fchrt, um die Organisation zu zerst\u00f6ren. Vier von den f\u00fcnf Kindern der Familie Scholl wurden im November festgenommen. Sie wurden im Schneesturm auf offener Pritsche nach Stuttgart transportiert. Dort wurde Sophie ziemlich schnell freigelassen, aber Hans verbrachte fast f\u00fcnf Wochen im Gef\u00e4ngnis. Nach ihrer Festnahme trennten die Geschwister sich endg\u00fcltig vom Nationalsozialismus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Zweite Weltkrieg brach im September 1939 aus, als Deutschland Polen angriff. Einige Monate sp\u00e4ter machte Sophie das Abitur. Weil der Krieg viele Arbeitskr\u00e4fte band, wurde verordnet, da\u00df alle Abiturienten einen Arbeitsdienst erledigen m\u00fcsten, bevor sie weiter studieren konnten. Das wollte Sophie aber nicht. Sie beschlo\u00df, Kinderm\u00e4dchen zu werden, um den Arbeitsdienst zu vermeiden. Das gelang ihr nicht. Nach dem Studium mu\u00dfte Sophie den Arbeitsdienst und au\u00dferdem noch den Kriegshilfsdienst ableisten, insgesamt zw\u00f6lf Monate.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im M\u00e4rz 1942 war auch der Kriegshilfsdienst vorbei, und Sophie kam zur\u00fcck nach Ulm. An ihrem letzten Geburtstag, am 9. Mai 1942, reiste sie nach M\u00fcnchen, um ihr Studium anzufangen. Auf dem Bahnhof traf sie ihren Bruder Hans, der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t in M\u00fcnchen studierte. Hans versprach, da\u00df er Sophie am Abend mit seinen Freunden bekannt machen w\u00fcrde. Diese Freunden waren <strong>Christoph<\/strong> <strong>Probst, Alexander Schmorell<\/strong> und <strong>Willi Graf<\/strong>. Sie alle studierten Medizin und waren Mitglieder in der sog. Studentenkompanie. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mitglieder der Studentenkompanie konnten normal studieren aber sie geh\u00f6rten der Wehrmacht an und wurden in den Semesterferien an die Front kommandiert. Der Abend war gem\u00fctlich: Sophie und die Jungen diskutierten und a\u00dfen Delikatessen, die Sophie mitgebracht hatte. W\u00e4hrend des Abends stellte es sich auch heraus, da\u00df keiner von den Freunden verstehen konnte, warum die Deutschen nichts gegen den brutalen Terror und die unsinnige Kriegsf\u00fchrung der Nazis unternahmen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Wei\u00dfe Rose bl\u00fcht auf<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sechs Wochen nach der Ankunft Sophies wurden an der Universit\u00e4t antinazistische Flugbl\u00e4tter verteilt. Sophie war begeistert: Endlich hatte es jemand gewagt! Als Sophie das Flugblatt genauer las, kam ihr der Text bekannt. Sie wu\u00dfte aber nicht warum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sophie eilte zur Wohnung ihres Bruders, um ihm die gro\u00dfe Nachricht zu erz\u00e4hlen. Hans war nicht zu Hause und Sophie wartete. Als sie wartete, bl\u00e4tterte sie in einem Buch, das auf dem Tisch lag. Einige Punkte im Buch waren angestrichen. Auch diese kamen ihr bekannt vor. Da erinnerte sich Sophie: Diese Stellen waren auch im Flugblatt, das sie an der Universit\u00e4t bekommen hatte. Sophie begriff, da\u00df Hans etwas mit den Flugbl\u00e4ttern zu tun haben mu\u00dfte. Sie war ersch\u00fcttert: Warum machte Hans so was &#8211; warum \u00fcberlie\u00df er solche Sachen nicht Menschen, die mehr Erfahrungen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Hans zur\u00fcckkam, fragte Sophie, ob er etwas \u00fcber die Flugbl\u00e4tter wisse. Hans gab zu, da\u00df er etwas wu\u00dfte. Sophie erz\u00e4hlte, da\u00df auch sie an der Aktion teilnehmen wollte. Hans willigte widerwillig ein. Kurze Zeit danach tauchten in M\u00fcnchner Briefk\u00e4sten noch drei weitere Flugbl\u00e4tter auf. Sie alle waren betitelt wie das erste: &#8221;Flugbl\u00e4tter der Wei\u00dfen Rose&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Augen werden endg\u00fcltig ge\u00f6ffnet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige Wochen vor dem Ende des Semesters wurden den Medizinstudenten, die Mitglieder der Studentenkompanie waren, mitgeteilt, da\u00df die Kompanie an die Ostfront geschickt wird. (Deutschland hatte die Sowjetunion im Sommer 1941 angegriffen.) Am letzten Abend vor der Abfahrt nach Ru\u00dfland versammelten die Freunden sich in einem leeren Atelier, um zu diskutieren, ob es M\u00f6glichkeiten gab, die T\u00e4tigkeit fortzusetzen. Ein Beschlu\u00df wurde gefa\u00dft, da\u00df der Widerstand im erweiterten Kreis fortsetzen werden sollte: Alle sollten \u00fcberlegen, welche von ihren Freunden zuverl\u00e4ssig genug w\u00e4ren, um mitzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am folgenden Tag fuhren die Jungen von Christoph Probst abgesehen nach Ru\u00dfland ab. M\u00fcnchen war jetzt f\u00fcr Sophie einsam und fremd. Sie packte ihre Sachen und reiste nach Hause, das auch leerer als gew\u00f6hnlich war: Ihr j\u00fcngster Bruder <strong>Werner<\/strong> war ebenfalls in Ru\u00dfland und ihrer Vater war zu einer Haftstrafe von vier Monaten verurteilt worden, weil er seiner Sekret\u00e4rin gesagt hatte, da\u00df Deutschland den Krieg schon verloren habe und da\u00df die Russen bald in Berliner Verwaltungsgeb\u00e4uden sa\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Hause h\u00f6rte Sophie etwas schreckliches, als sie eine Freundin ihrer Mutter traf. Die Freundin, die in einer Heilanstalt f\u00fcr geistiggest\u00f6rte Kinder arbeitete, erz\u00e4hlte, da\u00df die SS schon seit einigen Monaten Kinder, die als hoffnungslose F\u00e4lle betrachtet wurden, geholt hatte, um sie zu vergasen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Hans wurde w\u00e4hrend seines Ru\u00dflandaufenthaltes mit den Grausamkeiten des Nazistaates konfrontiert. Auf dem Weg nach Ru\u00dfland sah er auf einem polnischen Bahnhof j\u00fcdische Frauen, die d\u00fcnn wie Bohnenstangen waren. Sie hackten Steine mit Eisenpickeln. Ein bi\u00dfchen weiter weg sah er Greise, die von bewaffneten SS-M\u00e4nnern in Zwangsarbeit getrieben wurden. Hans wollte diesen Menschen helfen: Er sprang aus dem Zug und reichte einem Greis seine Quotezigaretten. Einer Frau gab er seine eiserne Ration: D\u00f6rrobst, N\u00fcsse und Schokolade. In Ru\u00dfland h\u00f6rte Hans \u00fcber die Knechtung der Menschen und \u00fcber die Massenhinrichtungen, wo Tausende unschuldige Menschen umgebracht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hans und die andere Jungen kamen im Oktober 1942 nach M\u00fcnchen zur\u00fcck. Trotz der riesigen Ausnutzung der Sklavenarbeitskraft litt Deutschland an gro\u00dfem Arbeitskr\u00e4ftemangel. Deswegen waren alle Studenten und Studentinnen, die nicht an der Front waren, f\u00fcr zwei Monaten zur R\u00fcstungsindustriearbeit befohlen worden. Das galt auch f\u00fcr Sophie, die deswegen erst im Oktober in M\u00fcnchen ankam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle Mitglieder der Wei\u00dfen Rose waren jetzt \u00fcberzeugter als vorher \u00fcber die Notwendigkeit des Widerstandes. Gegen Ende des Jahres konzentrierte sich die Gruppe auf die Erweiterung ihrer T\u00e4tigkeit und auf die Geldsammlung. <strong>Kurt Huber<\/strong>, Professor f\u00fcr Philosophie an der Universit\u00e4t, wurde Mitglied der Gruppe. Die Gruppe kn\u00fcpfte Kontakte zu anderen Widerstandsgruppen. Die Flugbl\u00e4tter der Wei\u00dfen Rose wurden auch in andere gro\u00dfe St\u00e4dte in S\u00fcddeutschland, z.B. Freiburg, Stuttgart und Karlsruhe, transportiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das letzte Flugblatt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der gro\u00dfe Wendepunkt des Zweiten Weltkrieges war die Schlacht um Stalingrad (heute Wolgograd) im Jahr 1943. Die deutschen Truppen wurden geschlagen, und sie kapitulierten am 31. Januar 1943. Beinahe 400000 deutsche Soldaten starben oder wurden gefangen genommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An einem Abend nach Stalingrad wartete Sophie auf Hans. (Sie wohnten seit einiger Zeit zusammen in einer ziemlich gro\u00dfen Wohnung.) Sophie schlief ein. Einige Stunden sp\u00e4ter wachte sie auf, als Hans mit Alexander Schmorell und Willi Graf zur\u00fcckkam. Hans erz\u00e4hlte, da\u00df sie f\u00fcr Sophie eine \u00dcberraschung h\u00e4tten: &#8221;Wenn du morgen fr\u00fch die Ludwigsstra\u00dfe entlang gehst, siehst du etwas Tolles!&#8221;, sagten die Jungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Morgen machte Sophie einen Umweg durch die Ludwigsstra\u00dfe. Sie sah immer wieder die in gro\u00dfen schwarzen Buchstaben geschriebene Parole &#8221;Nieder mit Hitler!&#8221; An die Universit\u00e4t war in gleichen Buchstaben &#8221;Freiheit!&#8221; geschrieben worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein bi\u00dfchen sp\u00e4ter erschien das letzte Flugblatt von der Wei\u00dfen Rose. Es war besonders an Studenten gerichtet und gei\u00dfelte die Beschl\u00fcsse Hitlers, die zur Trag\u00f6die Stalingrads gef\u00fchrt hatten: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\"><em>&#8221;Ersch\u00fcttert steht unser Volk vor dem Untergang der M\u00e4nner von Stalingrad. Dreihundertdrei\u00dfigtausend deutsche M\u00e4nner hat die geniale Strategie des Weltkriegsgefreiten sinn- und verantwortungslos in Tod und Verderben gehetzt. F\u00fchrer, wir danken dir!&#8221;<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">(Aus dem letzten Flugblatt von der Wei\u00dfen Rose.) <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Nacht zwischen dem 17. und 18. Februar 1943 hatte Sophie einen Traum, in dem sie und Hans von der Gestapo festgenommen wurden. Trotzdem fa\u00dften sie am Morgen den Entschlu\u00df, Flugbl\u00e4tter an der Universit\u00e4t auszuteilen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend der Vorlesungen teilten sie Flugbl\u00e4tter vor den H\u00f6rsaalt\u00fcren aus und warfen die Reste von dem obersten Stockwerk hinunter in den Lichthof der Universit\u00e4t. Sie glaubten, da\u00df niemand sie sah. Sie hatten aber unrecht: Der Hausmeister der Universit\u00e4t, <strong>Jakob Schmid<\/strong>, war wachsam, ergriff sie und \u00fcbergab sie der Gestapo.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am folgenden Tag wurde auch Christop Probst festgenommen, weil die Gestapo bei Hans einen handgeschriebenen Flugblattentwurf von ihm gefunden hatte. Christoph Probst war von den Mitgliedern der Gruppe der einzige, der Kinder hatte. Als er festgenommen wurde, hatte seine Frau gerade ihr drittes Kind bekommen. Christoph Probst durfte sein j\u00fcngstes Kind nicht mehr sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle drei wurden zum M\u00fcnchner Hauptquartier der Gestapo gefahren. Dort wurden sie vier Tage und N\u00e4chte verh\u00f6rt. Nach der Verhaftung von Christoph Probst bekannten sich Hans und Sophie zu den Widerstandsaktionen der Wei\u00dfen Rose. Die Geschwister versuchten, Christoph Probst zu entlasten, und nahmen alle Schuld auf sich.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Es lebe die Freiheit!<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gerichtsverfahren gegen die Scholls und Christoph Probst fand am 22. Februar 1943 statt. Der Vorsitzende des Sondergerichtes war der Pr\u00e4sident des Volksgerichtshofes, <strong>Roland Freisler<\/strong>, der den Beinamen &#8221;Henker&#8221; hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Eltern von Hans und Sophie erfuhren von der Festnahme ihrer Kinder am Freitag, dem 19.2. Am Montagmorgen reisten sie nach M\u00fcnchen, um an der Gerichtssitzung teilzunehmen. Das ging aber nicht: Nur eingeladene Personen mit einem Passierschein wurden hineingelassen. Die Einladung zu diesem Gerichtsverfahren war f\u00fcr Nazis wie eine Ehre: die Privilegierten waren meistens Parteifunktion\u00e4re, F\u00fchrer der SS und der Wehrmacht. Den Scholls gelang es jedoch, in den Sitzungssaal zu schleichen. Dort versuchte Herr Scholl, f\u00fcr seine Kinder zu sprechen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Scholls wurden aber hinausgeworfen, und sie wurden nicht mehr reingelassen &#8211; auch nicht, als das Urteil verk\u00fcndet wurde. Am Nachmittag kam das Gericht zur\u00fcck, um das Urteil zu verk\u00fcnden. Das Urteil war wie erwartet: Alle drei wurden wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Danach bekamen sie Gelegenheit zu einem letzten Wort. Sophie schwieg. Christoph Probst flehte um Gnade wegen seiner Kinder. Hans versuchte, ihn zu unterst\u00fctzen, aber wurde von Freisler, dessen Verhandlungsstil reine Anklage war, unterbrochen: <em>&#8221;Wenn Sie f\u00fcr sich selbst nichts vorzubringen haben, schweigen Sie gef\u00e4lligst!&#8221;<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Gerichtsverfahren wurden alle drei in das gro\u00dfe Vollstreckungsgef\u00e4ngnis M\u00fcnchen-Stadelheim \u00fcberf\u00fchrt. Dort durften die Eltern von Hans und Sophie ihre Kinder zum letzten Mal treffen. Hans, der ihnen zuerst zugef\u00fchrt wurde, trug Str\u00e4flingskleidung. Er dankte seinen Eltern f\u00fcr die Jahre, die er mit ihnen verbringen durfte. Er bat sie auch, Gr\u00fc\u00dfe an seine Freunden zu \u00fcberbringen. Als er das gesagt hatte, hatte er Schwierigkeiten, seine Tr\u00e4nen zur\u00fcckzuhalten. Er wendete sich ab. Der Vater schlo\u00df ihn mit den Worten in die Arme: <em>&#8221;Ihr werdet in die Geschichte eingehen; es gibt noch eine Gerechtigkeit.&#8221; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann wurde Hans weggebracht. Sophie trug ihr eigenes Kleid, l\u00e4chelte die ganze Zeit und nahm gern die S\u00fc\u00dfigkeiten, die Hans abgelehnt hatte. Ihr gr\u00f6\u00dfter Kummer war gewesen, ob die Mutter den Tod gleich zweier Kinder ertragen w\u00fcrde. (Eigentlich mu\u00dfte sie den Tod dreier Kinder ertragen, weil ihr j\u00fcngster Sohn Werner an der russischen Front vermi\u00dft wurde.) Als sie jetzt ihre Mutter so tapfer sah, beruhigte sie sich <em>&#8221;Nun wirst Du also gar nie mehr zur T\u00fcre hereinkommen.&#8221;<\/em>, sagte die Mutter &#8211; <em>&#8221;Ach, die paar J\u00e4hrchen, Mutter&#8221;<\/em>, antwortete Sophie. Das letzte von beiden Seiten war: <em>&#8221;Gelt, Sophie, Jesus&#8221; &#8211; &#8221;Ja, aber Du auch&#8221;<\/em> Dann wurde auch Sophie in ihre Zelle weggef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christoph Probst durfte seine Familie nicht mehr treffen. Er sprach aber mit einem Pfarrer und lie\u00df sich <em>in articulo mortis<\/em> &#8211; im Angesicht des Todes &#8211; katholisch taufen. Die Todesstrafen wurden schon am selben Tag durch das Fallbeil vollstreckt. Als erste wurde Sophie hingerichtet. Sie starb ruhig, ohne mit der Wimper zu zucken. Dann Christoph Probst und Hans, der, ehe er sein Haupt auf den Block legte,laut rief, da\u00df es durch das gro\u00dfe Gef\u00e4ngnis hallte: <em>&#8221;Es lebe die Freiheit!&#8221; <\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein paar Tage sp\u00e4ter wurden sie fast heimlich auf dem Perlacher Friedhof beerdigt. Am Beerdigungstag wurde mehrfach an die Hausw\u00e4nde in M\u00fcnchen geschrieben &#8221;Ihr Geist lebt weiter!&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Hinrichtung erfolgten aufs neue Verhaftungen. Etwa 80 Menschen wurden festgenommen. Kurt Huber, Willi Graf und Alexander Schmorell wurden am 19. April 1943 zum Tode verurteilt. Die Wei\u00dfe Rose war verwelkt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Chaussy, Ulrich; Die Wei\u00dfe Rose &#8211; eine multimediale Dokumentation deutschen Widerstandes. Systhema Verlag GmbH, M\u00fcnchen 1995. ISBN 3-634-23107-6.<\/li>\n\n\n\n<li>Hanser, Richard; Vita Rosen &#8211; ett \u00e4delt f\u00f6rr\u00e4deri. Stockholm Nybloms F\u00f6rlag, 1984. ISBN 91-7780-003-6.<\/li>\n\n\n\n<li>Schneider, Michael C.; Keine Volksgenossen: studentischer Widerstand der Wei\u00dfen Rose. Rektoratskollegium der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t, M\u00fcnchen 1993. ISBN 3-922480-08-X.<\/li>\n\n\n\n<li>Scholl, Inge; Die Wei\u00dfe Rose (Erweiterte Neuausgabe), S. Fischer Verlags GmbH (Fischer Taschenbuch Verlag GmbH), Leck 1993. ISBN 3-596-11802-6.<\/li>\n\n\n\n<li>Vinke, Hermann; Sophie Scholls korta liv, Alfabeta F\u00f6rlaget Barrikaden, Lund 1984. ISBN 91-7712-024-8.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Olen kirjoittanut t\u00e4m\u00e4n tekstin saksan kielen aineena ensimm\u00e4isen vuoden yliopisto-opiskelijana vuonna 1996. En muista, mist\u00e4 alunperin kuulin Valkoinen Ruusu -nimisen vastarintaryhm\u00e4st\u00e4, mutta sen muistan, kuinka kiehtova ja liikuttava sen historia minusta oli. Hitlerin viimeisi\u00e4 p\u00e4ivi\u00e4 kuvaavan Perikato-elokuvan alussa Hitlerin yksityissihteerin\u00e4 toiminut Traudl Junge muistelee sota-aikaa ja sit\u00e4, kuinka h\u00e4nkin sodan j\u00e4lkeen oli kuullut Valkoisesta Ruususta &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/?p=152\" class=\"more-link\">Read more<span class=\"screen-reader-text\"> &#8221;Die Wei\u00dfe Rose &#8211; \u00fcber den studentischen Widerstand gegen Nazismus in M\u00fcnchen&#8221;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-152","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-historia"],"featured_media_urls":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=152"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":161,"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/152\/revisions\/161"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.panumoilanen.fi\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}